Ob vom Winde geformt, bang in der Büx oder gigantisch in der Savanne: Hier findest du eine Auswahl meiner Projekte

Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen sind Windflüchter, also Bäume an einer Küste, wie sie am Weststrand von Prerow an der Ostsee gedeihen. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin am Strand aufgenommen hat. Das Motiv ist schwarz gedruckt, der Hintergrund ist beige.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen sind Windflüchter, also Bäume an einer Küste, wie sie am Weststrand von Prerow an der Ostsee gedeihen. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin am Strand aufgenommen hat. Das Motiv ist schwarz gedruckt, der Hintergrund in Bronze.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen sind Windflüchter, also Bäume an einer Küste, wie sie am Weststrand von Prerow an der Ostsee gedeihen. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin am Strand aufgenommen hat. Das Motiv ist schwarz gedruckt, der Hintergrund in Silber.

Windflüchter: Vom Winde geformt

Abgesehen von ihrer beeindruckenden Optik sind „Gehen“ oder „Bleiben“ die Themen, die ich mit Windflüchtern verbinde. Wann ist der richtige Moment, um sich von etwas oder jemandem zu verabschieden?

Im Hinblick auf „bleiben“ sind mir die Windflüchter um Lichtjahre voraus. Notgedrungen, denn fest verwurzelt bleiben sie an dem Ort, an dem sie einst als winziger Same keimten.

Doch was ist das überhaupt, ein Windflüchter? Die Fotos zeigen Bäume am Weststrand von Prerow auf dem Darß an der Ostsee. Sie sind aufgrund ihres Standorts direkt an der Küste ständigem – meist kräftigem – Wind ausgesetzt. Woher der Wind bläst, lässt sich leicht an ihrer Wuchsform ablesen. Die Bäume richten sich notgedrungen landeinwärts.

Das ist ihre Form des Widerstands: Sie bleiben und trotzen dem Wind, der den Bäumen seinen formenden Stempel aufdrückt.

Windflüchter wachsen nicht nur an Küsten. Man findet sie an vielen Stellen, die stetem Wind ausgesetzt sind, zum Beispiel auf Bergen oder in offenen, windigen Landschaften. Besonders beeindruckende Exemplare fand ich in den Alpen und in den Savannen im südlichen Afrika.

Die von mir fotografierten Bäume verwende ich vor allem in meinen Monotypien, meinen handgedruckten Foto-Unikaten. Beim Drucken ist besonders spannend, dass auf der Gel-Platte immer unberechenbare und bereichernde Effekte im Prozess entstehen. Das Herstellen von Auflagen wie bei der Radierung klappt daher bei komplexen Motiven nicht.

Aus den Bildern entsteht eine Serie, die ab 2026 in Ausstellungen zu sehen sein wird.

Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist die Kirche in Neuenhagen im Winter. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin vor Ort aufgenommen hat. Das Motiv ist in schwarz gedruckt, der Hintergrund ist beige.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist die Kirche in Altglietzen im Winter. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin vor Ort aufgenommen hat. Das Motiv ist in schwarz gedruckt, der Hintergrund ist beige.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist die Kirche in Altmädewitz im Winter. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin vor Ort aufgenommen hat. Das Motiv ist in schwarz gedruckt, der Hintergrund ist beige.

Kleine Kirchen im Oderbruch

Während einer Recherche für das Oderbruch Museum Altranft fielen mir die zahlreichen kleinen Kirchen im Oderbruch auf. Fast jede Ortschaft scheint eines dieser Kleinode zu besitzen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich deutlich in ihrer Bauweise unterscheiden. Mein Interesse für das Thema war geweckt.

Das Oderbruch ist eine Kulturlandschaft in Brandenburg. Sie liegt direkt an der Grenze zu Polen und ist schon lange Zuzugsgebiet für Siedler aus unterschiedlichsten kulturellen Kontexten.

Im 18. Jahrhundert ließ Friedrich II die Sumpflandschaft – vergleichbar mit dem Spreewald heute – im Oderbruch trockenlegen und veranlasste, dass sogar der Flusslauf der Oder verlegt wurde. Anschließend trieb er die Ansiedlung sogenannter Kolonisten voran. Sie kamen unter anderem aus Hessen, Sachsen, Württemberg, Österreich und der Schweiz. Mit im Gepäck trugen sie ihre kulturelle Prägung, die ihre Vorstellung von Bauwerken einschloss.

Bis heute sind die Bauweisen an den aus der damaligen Zeit erhaltenen Kirchen erkennbar. Sie erzählen ihre ganz eigene Geschichte. Die Gebäude stiften Identität – nicht nur bei den Gläubigen, die sie nutzen.

Das ist besonders in der heutigen Zeit wichtig, wenn Mitgliederzahlen der etablierten Kirchen schrumpfen. Wer soll die vielen Gebäude künftig erhalten? Im Oderbruch gibt es an verschiedenen Orten Initiativen, die sich die Pflege einzelner Bauten und deren Nutzung zur Aufgabe gemacht haben.

In meinem Projekt, dessen Umsetzung ich für die zweite Jahreshälfte 2026 plane, geht es darum, die Gebäude fotografisch festzuhalten. Zu jeder Kirche entsteht ein Text mit Geschichten und Hintergrundinformationen.

Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist ein Baobab, ein Affenbrotbaum in Südafrika. Der Baum wird von den Einheimischen Sagole Big Tree genannt. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin vor Ort aufgenommen hat. Das Motiv ist in blau gedruckt, der Hintergrund ist weiß.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist ein Baobab, ein Affenbrotbaum in Südafrika. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin vor Ort aufgenommen hat. Das Motiv ist in schwarz gedruckt, der Hintergrund ist leuchtend gelb.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von der Künstlerin Heike Pander von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist ein Baobab, ein Affenbrotbaum in Südafrika. Der Baum wird von den Einheimischen Sagole Big Tree genannt. Auf dem Bild ist ein Drittel des Baumes zu sehen. Vor ihm sitzt eine Person auf einer Bank. Die Grundlage für die Monotypie bildet ein Foto, das die Künstlerin vor Ort aufgenommen hat. Das Motiv ist in grün gedruckt, der Hintergrund ist weiß.

Baobabs: Giganten der Savannen

Ich liebe Baobabs, weil sie für mich mehr sind als nur Bäume: Sie sind Zeitzeugen in der Natur. Ihre uralten, knorrigen Stämme stehen wie skurrile Skulpturen in der weiten Landschaft. Sie wirken zeitlos.

Besonders, wenn sie kahl sind, zeigen sie Gesicht: Über Jahrhunderte formten Wind, Hitze, Regen, Mensch und Tier ihr Antlitz und hinterließen jede Menge Spuren auf der zerklüfteten Rinde. Das ist eine wundervolle Basis für Geschichten.

Auch wenn die Bäume die meiste Zeit des Jahres tot wirken, weil sie ohne Blätter dastehen, leben sie auf Sparflamme: Sie reduzieren ihren Stoffwechsel und versorgen sich aus  gespeichertem Wasser und Nährstoffen. 

Auf Reisen im südlichen Afrika suche ich gezielt nach Affenbrotbäumen. Ich fotografiere sie, schreibe Geschichten, recherchiere, wie die Bäume genutzt werden. Von ihrem Erscheinungsbild lasse ich mich in meiner Kunst inspirieren.

Baobabs begleiten mich seit über 30 Jahren. Ich habe sie fotografiert, gemalt, gezeichnet, in meinen Radierungen umgesetzt und mittlerweile drucke ich meine Fotografien von Hand auf Gel-Platten. Außerdem halte ich seit vielen Jahren Vorträge über die Bäume und betreibe eine eigene Webseite zum Thema: www.baobabstories.com

Baobabs sehen nicht nur umwerfend aus – sie haben viel mehr zu bieten:

  • Ihre gesunden Superfrüchte versorgen Mensch & Tier mit lebenswichtigen Nährstoffen: zum Beispiel Vitamin C, Omega-3-Fettsäueren, Ballaststoffe, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und mehr. Ausserdem wirken sie probiotisch.
  • Das aus den Samen gepresste Öl pflegt die Haut.
  • Sie sind kleine Ökosysteme in sich und bieten Unterschlupf und Lebensraum für viele Lebewesen.
Das Bild zeigt eine von Hand gedruckte Fotografie der Künstlerin Heike Pander. Auf dem Unikat sind Nilpferde zu sehen in den Farben Schwarz und Blau.
Gel-Druck von einer Fotografie der Künstlerin Heike Pander. Auf dem Unikat sind zwei Kopf an Kopf stehende Elefanten zu sehen in den Farben Schwarz und Beige.
Gel-Druck von einer Fotografie der Künstlerin Heike Pander. Auf dem Unikat ist ein junger Elefant in der Morgensonne zu sehen in den Farben Schwarz und Beige.

Dickhäuter: von Elefanten, Nilpferden und Nashörnern

Viele Tiere leben mit einer dicken Haut oder einem dicken Fell. Trotz dieser Schutzhülle sind sie, wie beispielsweise Elefanten, sensibel und verletzbar. Die grauen Riesen wirken stark, doch ihr Überleben hängt ab von Wasserquellen, Futterplätzen und sicheren Wegen durch ihre Lebensräume – die leider immer weiter schrumpfen. Das macht sie verletzlich.

Interessant sind für mich nicht nur die Lebensräume der grauen Riesen oder ihre Familienstrukturen, sondern ganz besonders ihre Körperformen und die Falten in ihrer Haut. Sie wirken wie Spurensammler, erzählen Geschichten von Alter und Erfahrung.

Das haben sie gemein mit Affenbrotbäumen, die mit fortschreitenden Jahren ebenfalls runzelige, zerklüftete „Haut“ – ihre Rinde – aufweisen können. Das macht sie aus künstlerischer Sicht sehr interessant.

Auch Nashörner haben wundervolle Falten und Hautplatten. Sie wirken archaisch, stark und wie gepanzert. Trotzdem sind auch sie verletzlich in ihren Lebensräumen. Wenn sie sich sicher fühlen, bewegen sie sich langsam und unaufgeregt, grasen oder zupfen Blättchen von den Ästen. Das hat etwas Beruhigendes, in sich Ruhendes.

Ganz anders verhält es sich mit der faltigen Haut bei Nilpferden: Ihre Fettschicht bildet üppige Rundungen unter der Haut, die eher glatt wirkt – wenn sie nicht von Narben durch Kämpfe ums Überleben oder mit Rivalen gezeichnet ist.

Allen gemein ist, dass sie eine dicke Hautschicht haben, die mich immer wieder dazu angeregt hat, mir Gedanken über Aussprüche „sich ein dickes Fell wachsen lassen“ oder „dünnhäutig sein“ zu machen.

Auf dem Bild ist ein Gel-Druck der Künstlerin Heike Pander. Es zeigt ein handgedrucktes Unikat von einem Foto, auf dem ein Feldhase von hinten zu sehen ist, wie er davonhoppelt. Der Hase ist schwarz-weiß, der Hintergrund bronze-weiß.
Auf dem Bild ist ein Gel-Druck der Künstlerin Heike Pander zu sehen. Es zeigt ein handgedrucktes Unikat von einem Foto, auf dem ein Feldhase im Profil zu sehen ist. Der Hase ist schwarz-weiß, der Hintergrund beige.

Feldhase: Bang in der Büx – oder doch ganz schön mutig?

Seit vielen Jahren befasse ich mich mit Feldhasen. Neben der Beobachtung in der Wildnis recherchiere ich, was in Literatur und Wissenschaft über die Tiere zu finden ist.

Was ich besonders an Hasen mag: ihr Aussehen, ihr überwiegend friedliches Verhalten und ihre Kost, die hauptsächlich aus Kräutern und Gräsern besteht.

Beeindruckt bin ich von ihren Überlebensstrategien und ihrer Anpassung an das Habitat: Sie fühlen sich offenbar sogar in Großstädten wie Berlin zwischen den Hochhäusern in Marzahn wohl.

Den Begriff „Angsthase“ finde ich übertrieben: Wenn ich mich einem Hasen nähere, drückt er sich platt auf die Erde und harrt aus. Erst wenn ich ganz nahe gekommen bin, stiebt er mit hoher Geschwindigkeit davon. So nutzt er das Überraschungsmoment, um mich als Verfolger abzuhängen. Eine überzeugende Strategie.

Beobachtet habe ich, wie eine Häsin energisch ihre Jungen in einem Getreidefeld gegen einen aus der Luft angreifenden Roten Milan, einen Greifvogel, verteidigte. Da war von Ängstlichkeit nicht viel zu spüren.

In meiner Arbeit widme ich mich hauptsächlich der künstlerischen Umsetzung von Motiven, zum Beispiel als Zeichnung, Radierung oder Monotypie. Ich halte Vorträge über Feldhasen und schreibe über sie. Zum Beispiel erschien ein Beitrag von mir im Forum Wochenmagazin.

Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist ein Pavian-Junges, das sich im Fell der Mutter festklammert. Das Foto wurde von der Künstlerin Heike Pander aufgenommen und als Monotypie umgesetzt.
Das Foto zeigt eine Monotypie, ein Foto, das von Hand auf einer Gel-Platte gedruckt wurde. Darauf zu sehen ist ein Krokodil mit weit aufgerissenem Maul - es zeigt seine Zähne. Das Foto wurde von der Künstlerin Heike Pander aufgenommen und als Monotypie umgesetzt.

Reisebekanntschaften

Natürlich habe ich auf Reisen zahlreiche Begegnungen. Vor einigen Jahren beschloss ich, meine Aufmerksamkeit besonderen Reisebekanntschaften zu widmen: den Tieren.

Mir liegt hauptsächlich daran, Elefanten, Giraffen, Antilopen, Nashörner, Leoparden & Co in ihrem natürlichen Umfeld, in der Wildnis, zu erleben. Dabei finde ich es besonders berührend, wenn ich Augenkontakt zu einem Tier – vor allem einem großen Tier – herstellen kann.

Wir leben zwar auf derselben Erde, beifinden uns im selben Lebensraum – dennoch trennen uns Universen. In diesem einen Moment, in dem unsere Blicke sich treffen, berühren sich diese Welten – ein magischer Augenblick.

Besonders tief beeindruckt hat mich das bei Elefanten, Büffeln, Löwen und Leoparden. Aber auch der kleine Pavian oder der Gelbschnabeltoko haben sich direkt in mein Herz geguckt.

Wenn ich in der Wildnis unterwegs bin und Tiere beobachten kann, vergesse ich die Zeit. Dann bewege ich mich in einer anderen Welt, fühle mich mit allem verbunden.

Zur Bilderserie der Reisebekanntschaften zählen mit Pastellkreiden auf handgeschöpftem Papier gezeichnete Tierportraits, Radierungen und mittlerweile auch Monotypien.

Zur Ausstellung habe ich eine Fotopräsentation erstellt, die ich live kommentiere. Sie kann unabhängig von der Ausstellung als Vortrag gebucht werden.