Oldtimer-Fokus: Techno Classica Essen

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Blitzendes Chrom, polierte Bleche – mal bunt oder gediegen, in edlem schwarz, creme oder ganz Naturpatina: so präsentieren sich die Sammlerstücke vortrefflich im Scheinwerferlicht. Die weltweit größte Oldtimer-Messe in Essen hat ihre Tore zum 27. Mal geöffnet. Auf etwa 120.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche können Fans unterschiedlichste Fahrzeugmarken aus mehr als 30 Nationen bewundern. Der Event dient aber nicht nur zur Show – wer einen Oldtimer kaufen möchte, trifft auf ein breites Angebot. Neben den 1.250 Händlern präsentieren sich auch mehr als 220 Klassiker-Clubs und -Interessensgemeinschaften.

Rendite-schwere Karossen locken Anleger

Der wichtigste Treffpunkt und größte Handelsplatz der internationalen Klassiker-Szene ist am ersten Tag bereits sehr gut besucht, insgesamt werden etwa 190.000 Besucher erwartet. Unter diesen finden sich nicht mehr „nur“ Liebhaber und Sammler im klassischen Sinn. In Zeiten leer gefegter Immobilienmärkte, niedriger Zinsen für Sparguthaben und befürchteter Kunstblasen auf dem Aktienmarkt suchen Anleger nach Rendite-fähigen und sicheren Anlagemöglichkeiten. Oldtimer stehen als Anlageobjekte hoch im Kurs. Neben dem Spaß, den ein altes Fahrzeug mit sich bringen kann, schätzen Anleger den Sachwert: ein inflationssicherer und konkreter Gegenwert.

Erinnerungen lassen Herzen höher Schlagen

Viele Menschen pflegen nostalgische Erinnerungen an die Fahrzeuge, die sie in ihrer Kindheit und Jugend kennen- und schätzen gelernt haben. Den ersten Mercedes-Benz vom Vater, den „Bully“ (VW Bus Typ 2 T2) vom Opa oder die „Ente“ (Citroen 2 CV 6) von Tante Grete. Solange alte Autos Männerherzen – und auch die von Frauen – höher schlagen lassen, steht nicht zu befürchten, dass Oldtimer ihren Wert verlieren. Zumal die Stückzahlen der Autos sich mit den Jahren eher verringern und so eine natürliche Verknappung dieser Güter stattfindet. Anlagen in Sachwerten wie Autos oder Motorräder werden staatlicherseits noch nicht besteuert – ein weiterer Vorteil. Was bietet sich mehr an, als ein Blick auf die stetig wachsenden Renditen gut restaurierter Oldtimer? 2014 wurden alte Schätze im Wert von 152 Millionen Dollar versteigert. Den Rekord erzielte ein Ferrari 250 GTO von 1962. Er wechselte für 38,1 Millionen Dollar den Besitzer. Die, die es sich leisten können, investieren in teures Blech. Solche Summen sind jedoch eher die Ausnahme. Durchschnittlich werden in Deutschland rund 15.000 Euro für einen Oldtimer ausgegeben. Im Vordergrund steht bei den meisten Besitzern der Spaß an ihrem Auto und nicht sein tatsächlicher Wert. (Quelle: classic-analytics; www.classic-analytics)

Auch für dieses Jahr sagen Branchenkenner einen Boom für den Oldtimer-Markt voraus. Verschiedene Typen der Marken Ferrari, Mercedes-Benz, Porsche aber auch automobile Legenden wie die „Ente“ und der „Bulli“ sind begehrte Sammlerstücke. War ein Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer der Baujahre 1954 – 1957 in 2005 350.000 Euro wert, so steht sein Wert heute bei 1.300.000 Euro. (Quelle: classic-analytics; www.classic-analytics)

Der Weg zum begehrten Sammlerobjekt

Auf der Messe sind liebevoll restaurierte Kunstwerke zu finden, die über die letzten Jahrzehnte konstante Wertsteigerung erfahren haben. Man muss sich allerdings etwas auskennen auf dem Oldtimer-Markt. Händler, Foren, Interessenclubs sowie Messeplattformen helfen beim Einstieg. Es kommt nicht nur auf die richtige Marke an. Wichtig ist auch das Wissen, was einen guten Oldtimer ausmacht. Natürlich fällt beim Kauf eines alten Fahrzeugs dessen technischer Zustand ins Gewicht – vor allem, wenn schon restauriert wurde. Das Fachpublikum interessiert sich dafür, ob das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war, es im Originalzustand belassen oder umgebaut wurde und noch alle Originalteile verbaut sind. Die „Matching Numbers“ spielen dabei eine große Rolle – die Nummern der Fahrzeugteile müssen zum Serienmodell passen.

Patina macht den Wagen wertvoll

Bei der Restaurierung wird heute darauf geachtet, dass der Wagen seine über Jahre angelegte Patina – also eine dünne Schicht an Gebrauchsspuren, die durch natürliche Alterung und Nutzung entsteht – nicht komplett verliert. Stoffe im Innenraum beispielsweise werden zwar gereinigt aber möglichst original erhalten, wenn es der Ausgangszustand zulässt. Auch Armaturen, Metallteile oder Faltdächer dürfen Gebrauchsspuren bis zu einem gewissen Grad behalten. Werdegang und Nutzung darf man dem alten Gefährt ansehen. Kenner achten bei Oldtimern auch auf das richtige Spaltmaß – den Abstand zweier Bauteile zueinander. Es kann Aufschluss darüber geben, ob der Rahmen des Fahrzeugs durch einen Unfall verzogen wurde. Fachleute beseitigen bei der Restaurierung Beulen und Dellen am Blech. Dann muss neu lackiert werden. Dies erfordert vor allem beim Auftrag von Originallack viel Erfahrung, denn die Lackmischungen sind heute anders zusammengesetzt als früher. Auch hier ist Know-How und Engagement einer Fachperson gefragt.

Gefragt: Fahrzeug mit Geschichte

Neben der technischen Perfektion spielt die Historie des Wagens eine große Rolle. Viel Wert wird dabei auf lückenlose Dokumentation von der Produktion bis zum heutigen Tag gelegt. Die Käufer interessiert, wer ihren Wagen über die Jahre genutzt hat und wo er bewegt wurde. Je weniger Vorbesitzer ein Oldtimer hatte, desto besser. Wird ein Wagen hauptsächlich aus nostalgischen Gründen gekauft, mögen die angeführten Kriterien zwar wichtig sein – im Vordergrund steht dann aber das Fahrzeug. Beabsichtigt man den Kauf eines Oldtimers als Kapitalanlage, tut man gut daran, den Markt zu beobachten und sich mit Fachleuten auszutauschen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Auf der TechnoClassica kann man sich noch bis Sonntag, den 19.04.2015, einen guten Überblick über die Marktsituation verschaffen und in Erinnerungen schwelgen.

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